aktuelle Nachrichten und Termine

Aktuelle Info:

Liebe Mitstreiterinnen, liebe Mitstreiter unseres SDW -Ortsverbandes

Ein erneutes Rundschreiben wird dringend erforderlich weil es neue Vorschriften gibt, die es zu beachten gilt.

Ab 25. Mai ist die „DATENSCHUTZGRUNDVERORDNUNG“ (DSGVO) in Kraft. Danach müssen wir alle Mitglieder - möglichst zeitnah - über die neue Datenschutzerklärung informieren und Ihr Einverständnis einholen (siehe Anlage). Wir versuchen das (vorbereitet von unserem neuen Vorstandsmitglied Anselm Möbs) in der nachstehenden Form - möglichst unbürokratisch - zu lösen. Und hoffen sehr, dass diese Verfahrensweise Ihre Zustimmung findet. Sollten sich irgendwelche Bedenken ergeben, müssten Sie uns (den Vorstand) innerhalb der nächsten 3 Wochen kontaktieren. Falls wir in dieser Zeit von Ihnen diesbezüglich nichts hören, ist für uns damit die Angelegenheit erledigt und wir können uns wieder unserer Hauptaufgabe, der Naturschutzarbeit widmen.

Was war los in letzter Zeit ?

Im Januar haben wir die Tierpräparate-Ausstellung in Bindsachsen besucht. Eine llohnenswerte Ausstellung, die in einer enormen Fleißarbeit von dem Vorsitzenden des Naturschutz-Beirats, Alfred Leiß und seinen Helfern in jahrelanger mühsamer Kleinarbeit entstanden ist und auch von ihm erläutert wurde. Viele - weit über 400 - zum Teil seltene, aus Totfunden stammende Tiere, Schlangen oder Insekten konnten bestaunt werden. Unsere über 20 Teilnehmer waren begeistert und dankten ganz herzlich für den interessanten Nachmittag.

Der Dia-Vortrag „NATURIMPRESSIONEN AUS DEM VOGELSBERG“ von dem Betzenröder Naturfotograf, Erich Pietsch“ am 1. März in Nidda fand großen Anklang. Wir werden diesen Vortrag deshalb noch einmal im kommenden Herbst/Winter in Dauernheim und Berstadt anbieten.

Der internationale TAG DES WASSERS AM 23. MÄRZ IN FRANKFURT/MAIN, den wir zusammen mit der Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) (Thema: Grundwasser-Entnahmen aus den Vogelsberg) gestaltet und besucht haben ist als voller Erfolg zu werten. Nach dem Motto: „WIR GEHEN VOR ORT“ fand die Veranstaltung im DGB-Haus in Frankfurt statt. Zunächst ein lockerer Teil mit Gedichtlesungen und einem Sketch, dann eine Podiumsdiskussion mit Teilnahme der zuständigen Umweltdezernentin der Stadt Frankfurt, Frau Heilig, der Staatssekretärin im Umweltministerium, Frau Dr. Trapeser, der Bürgermeisterin der Stadt Schotten, Frau Schaab und dem Bürgermeister von Lautertal, Herr Stock, mit anschließender lebhafter Diskussion.

AMPHIBIEN-RETTUNGS-AKTION im Feb./März über 6 Wochen (Helfer im wöchentlichen Wechsel: Manfred Hilpert, Hermann Grauer, Willi Block, Kurt Brauer, Wolfgang Eckhardt). In diesem Jahr mit einem Rekord-Ergebnis: Es konnten über 530 Tiere (Kröten/Frösche/Molche) gerettet werden. Eine enorme Steigerung seit Beginn unserer diesbezüglichen Aktivitäten von 12 Jahren (Damals ca. 100-140 Tiere !) Ein deutlicher Beweis, dass sich unsere Arbeit gelohnt hat!!!

Im April waren wir (Reinhold Stock und Wolfgang Eckhardt) bei der Jahreshauptversammlung der Hessischen Ameisenschutzwarte vertreten (Ameisenschutz: Ein Thema, das uns immer noch sehr wichtig ist !!!): Wir haben alljährlich gefährdete Nester, die umgesiedelt oder vermehrt werden müssen (zulässig nur von anerkannten Ameisen-Fachwarten), um möglichst das Gleichgewicht in unserem Naturhaushalt zu erhalten.

Arbeiten im BAUMPARK in Bad Salzhausen (Volker Neumann): Die Info-Tafeln wurden auf Vordermann gebracht und im April fand dort der „TAG DES BAUMES„ statt, bei dem der diesjährige „Baum des Jahres“ die ESSKASTANIE gepflanzt wurde.

Teilnahme an der 70-Jahrfeier des Landesverbandes im März in Weilburg (Beate Deis, Adam Strecker, Wolfgang Eckhardt).

Teilnahme am Landesdelegierten-Tag in Fulda im April (Brigitte Uhl, Wolfgang Eckhardt).

Fleder-Maus-Abend in der Grundschule in Ulfa am 11. Mai veranstaltet von unserem Fledermaus-Fachwart Adam Strecker (ca. 75 !! Teilnehmer)

Kürzlich: Vorbereitung eines BLÜHSTREIFENS am Stehfelder Weg in Nidda (Friedel Wenzel, Karl-Otto Höllein, Manfred Hilpert, Wolfgang Eckhardt). Aufgrund der großen Nachfrage nach den Blüh-Rasen-Mischungen in diesem Jahr (was ja erfreulich ist) kam die Lieferfirma in Schwierigkeiten und lieferte die Saatmischung erst kürzlich aus. Dies bedeutete für uns, dass das Gras schon sehr hoch war und die Fläche - mit Ausnahme der wichtigen vorhandenen Blüh-Pflanzen wie Kamille, Phazelia, Brennnessel, Disteln, Himbeere - geräumt werden musste.

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Wir entnehmen aus der SDW-Zeitschrift „UNSER WALD - Magazin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" - Auszüge:

Flächenhaftes Insektensterben in Deutschland

Erschreckende Zahlen zum Insektenschwund gingen im vergangenen Herbst durch die Presse. In den vergangenen 27 Jahren ist die Bio- masse von fliegenden Insekten insgesamt um über 75 Prozent zurückgegangen. Wir sprachen mit dem Biologen Prof. Dr. Josef H. Reichholf über die Ursachen, Folgen und über notwendige Gegenmaßnahmen.

Warum brauchen wir eigentlich Schmetterlinge und andere Insekten?

Viele Vögel ernähren sich von Insekten, viele Pflanzen benötigen sie als Blütenbestäuber und Insekten sind in zahllose andere Naturvorgänge integriert. Schmetterlinge erleben zu können, gehört für uns Menschen mir Lebensqualität. Auch deshalb brauchen wir sie! Wie sehr es den Vögeln der Fluren an Insekten bereits mangelt, drückt sich in ihren Bestandsrückgängen aus. Rebhühner sind weithin verschwunden, Lerchen selten geworden und Goldammern schon Raritäten. Die Vögel der Fluren haben seit den 1980er Jahren EU-weit mehr als die Hälfte ihres Gesamtbestandes eingebüßt.

Was kann jeder Einzelne für das Überleben der Artenvielfalt tun?

Sehr viel, wenn sehr viele mitmachen! Gärten können so gestaltet werden, dass sie Vielfalt ermöglichen und doch schön sind. Der Rasen muss nicht wie aus Plastik gefertigt aussehen und das Buschwerk braucht nicht „geometrisch" zugeschnitten werden. Blühen lassen, zeit- und stellenweise auch üppiges Wachstum zulassen, kann viel bringen. Wichtig ist auch das Engagement in der Gemein- de, um schädliche Pflegemaßnahmen zu verhindern. Und da der Staatswald „unser Wald" ist, sollten bei der Bewirtschaftung auch weit mehr als bisher die öffentlichen Interessen berücksichtigt werden.

Wie sind die aktuellen Zahlen?

Bezogen auf .die 1970er Jahre ging die Häufigkeit der Schmetterlinge auf unseren Fluren um über 80 Prozent zurück. Der Schwund der Kleininsekten liegt sogar über 95 Prozent. Früher musste man nach fast jeder Autofahrt übers Land die Windschutzscheibe putzen, so verklebt war sie von Insekten.

Was sind die Ursachen für den dramatischen Rückgang?

Hauptverursacher ist die Landwirtschaft. Es begann mit der Flurbereinigung und ihrer starken Verminderung der Kleinstrukturen auf den Fluren und der Vergrößerung der Schläge (Monokulturen) mit verminderter Fruchtfolge. Darauf folgten Überdüngung und Pestizide. Vor allem der im Übermaß vorhandene Stickstoff ist zum Erstick-Stoff der Artenvielfalt geworden. Glyphosat schaltet weitgehend die — längst als gefährdet eingestufte — Begleitflora der Agrarflächen aus. Insektizide wirken über die damit behandelten Fluren hinaus .auf Hecken, Waldrän- der und auch hinein in die Gärten der Siedlungen. Daher traten in solchen Randbereichen starke Rückgänge um bis zu 75 Prozent der Schmetterlingshäufigkeit auf. Düngende Stickstoffverbindungen werden zudem über den sogenannten Luftweg übers ganze Land verbreitet. Das beeinträchtigt, wie die Krefelder Studie bewiesen hat, Naturschutzgebiete. Durch die Überdüngung wachsen immer weniger Wildpflanzenarten immer schneller und dichter auf. Das verändert das bodennahe Kleinklima. Es wird zu kalt und zu feucht. Die meisten Schmetterlinge und andere Insektenarten des Offenlandes brauchen aber trockenere und warme Lebensbedingungen. Der- vielzitierte und überstrapazierte Klimawandel kommt ihnen nicht zugute.

Wie groß ist der Rückgang der Schmetterlinge in den Waldökosystemen?

Meinen Untersuchungen zufolge, die bereits 1969 begannen, insgesamt erfreulich gering. So ergaben sich für- die Auwälder am Inn keine statistisch gesicherten Rückgänge in den Mengen, allerdings aber Verluste bei den großen Schmetterlingsarten, wie den Schwärmern und Bärenspinnern. Die typischen Tagfalterarten gibt es nach wie vor auch in forstwirtschaftlich genutzten Wäldern. Doch dass bei uns im (oberbayerischen) Staatsforst im Sommer die Ränder der Forststraßen gemäht werden, als ob es sich um eine Parkpflege handeln würde, müsste für die Befahrbarkeit mit den Holz-Harvestern und Forstfahrzeugen gewiss nicht sein, zumal dadurch massenhaft unter Schutz stehende Schmetterlinge und Blumen vernichtet werden.

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BEDENKLICHER RÜCKGANG DER INSEKTEN UND SCHMETTERLINGE - SCHLIMM, SCHLIMM, SCHLIMM:

Wir wollen aufklären/informieren und für eine Verbesserung motivieren:

Wer einen Hausgarten hat sollte bei dem (fast wöchentlichen Mähen) immer wieder einige Inseln mit Blühpflanzen stehen lassen (z. B. befinden sich auf einer derartigen BLÜHINSEL - je nach Standort und Jahreszeit: Kriechender Günzel, Vergissmeinnicht, Ehrenpreis, Hornklee, Fingerkraut, Glockenblumen, Flockenblumen, versch. Gänseblümchen, Frauenmantel, Margeriten, Schaumkraut, Wegerich, Sternmiere, Wolfsmilch, Labkraut, Hahnenfuß, Habichtskraut oder die Wunderschöne Akelei, um nur einige zu nennen.) Durch Verlagern der Blühflächen, gelegentlich auf einer Seite einen Streifen wegnehmen, auf der anderen Seite stehen lassen kann man die Blühfläche auch immer wieder verjüngen. Eine Möglichkeit, wie man dem Artensterben durch einfachste Massnahmen entgegen steuern kann. Man muss nämlich bedenken, dass an jede Pflanze gewisse Insekten gebunden sind. Bedenkt man die Vielzahl der z. B. oben genannten Pflanzen und die dazu gehörigen Insekten ergibt dies schon eine ganze Menge - insbes. im Vergleich zu einer völlig platt gemähten Wiese !!!

In diesem Zusammenhang und nicht nur deshalb informieren wir auch am SONNTAG, DEN 15. JULI, TREFFPUNKT UM 10.00 UHR AM EHEM.GASTHAUS CHAUSSEEHAUS/SÄGEWERK UßNER IN UNTER-SCHMITTEN über unsere SCHMETTERLINGE UND BLÜHPFLANZEN. Wir werden dabei den „Lohberg begehen" und unser Schmetterlings-Fachwart Volker Neumann, sowie die Kräuterfrau Tanja Adam werden uns dabei wertvolle Informationen liefern.

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Die nachfolgenden Seiten des Rundschreibens sind Auszüge aus der Zeitschrift „UNSER WALD - Magazin der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“.

DAS DESASTER NIMMT SEINEN LAUF -UND NIEMAND HÄLT ES AUF

Der Elch hat Deutschland schon im 18 Jahrhundert verlassen, der Braunbär im 19. Jahr- hundert und die Alpenfledermaus Mitte des 20. Jahrhunderts. Wenn diese Arten auch in Europa nicht völlig ausgestorben sind und mit viel Glück oder spezieller Förderung eines Tages wieder den Weg zurück finden nach Brandenburg, Bayern oder Baden-Würt- temberg: Von den 48 000 in Deutschland heimischen Tierarten sind drei Prozent bereits ausgestorben oder verschollen.

Für viele Menschen war und ist Rachel Carsons 1962 veröffentlichter Klassiker "Der stumme Frühling" ein Schlüsselerlebnis. Zu erschreckend schien damals die Vorstellung, dass durch massiven Pestizid-Einsatz plötzlich keine Vögel mehr zu hören sein könnten. Doch erstens: Das Verstummen der Insekten ist zwar leiser und weniger auffällig - dar- um aber noch lange nicht weniger schlimm. Und zweitens: Der wahre stumme Frühling steht uns noch bevor.

Wissenschaftler warnen seit langem, dass die Menschheit durch ihr Verhalten ein massenhaftes Ausrotten von Tier- und Pflanzenarten verursacht. Durch das Handeln des Menschen droht in den nächsten 30 Jahren jede zweite Tierart auszusterben.

Derzeit sind weltweit 1,4 Millionen Arten bekannt. Davon sind 18 Prozent Pflanzen, nur 3,5 Prozent Wirbeltiere, aber stattliche 61 Prozent Insekten, Spinnen und Krebse. „Der hohe Anteil der Insekten", erläutert der Physiker und leidenschaftliche Insektenforscher Mario Markus in seinem Buch „Unsere Welt ohne Insekten?"4, „am Artenspektrum dieser Erde zeigt sich nicht zuletzt, welch hoher Anteil am reibungslosen und erfolgreichen Zusammenspiel der Arten den Insekten zu verdanken ist." Und wie verletzlich dieses System ist: „Wie in einem Theaterstück kann alles zusammenbrechen, wenn sich nur ein Schauspieler. krankmeldet." Überdies hat die Menschheit allein in den vergangenen 20 Jahren ein Zehntel der weltweiten Wildnis zerstört, eine Fläche von der zweifachen Größe Alaskas und damit ganze Regionen, die als Schatzkammer für eine Revitalisierung verloren gegangen sind. In der Vergangenheit der Erde hat es jeweils zehn bis 30 Millionen Jahre gedauert, bis sich das Leben erholt hatte und eine neue Lebensgemeinschaft entstanden. war. Das ist 40 bis 120 Mal länger, als der modern-aussehende Mensch sich beim Lagerfeuer Geschichten erzählen konnte. Es ist ein Mix aus verschiedenen Faktoren, der die Erde in diese Lage bringt. Natürlich gehört die enorme Ressourcenausbeutung einer Öl- basierten Wachstumsökonomie dazu, etwas, das Wissenschaftler Technosphäre nennen, von der die Menschen ein Teil sind, über die sie aber längst die Kontrolle verloren haben.

Die Erforschung der Naturgeschichte hat uns gezeigt, wie höchst riskant es ist, in das überaus feingeknüpfte ökologische Beziehungsgefüge ein- zugreifen. Weil einzelne Arten wichtig sind, müssen wir möglichst alle Teile behalten."

Auch seltene Ackerwildkräuter verschwinden unter zu perfektem Pflanzenbau, Düngung, Saatdichte und Pflanzenschutz: „Was den Vögeln weh tut, das tut den Ackerwildkräutern noch viel mehr weh." Flächendeckender Herbizid-Einsatz, wird sichtbar in einem dramatischen Artenschwund. Waren vor rund 50 Jahren Äcker noch zu 40 Prozent mit Wildkräutern bedeckt, sind es heute noch vier Prozent.

NICHT NUR VÖGEL — AUCH PFLANZEN UND INSEKTEN STERBEN AUS

WIR VERSUCHEN DIE ENTWICKLUNG ETWAS AUFZUHALTEN

LEUTE HELFT MIT - DANKE