Wissen rund um Natur und Umwelt
Wissenswertes über Flächenverbrauch, Schutzmaßnahmen vor Steinmardern am Fahrzeug und eine Übersicht der Naturobjekte des Jahres 2004.
Deutschland verbraucht zu viel Grund und Boden
In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Flächenverbrauch in Deutschland verlangsamt - allerdings nicht aufgrund des sparsamen und effektiveren Flächenmanagements, sondern im Wesentlichen wegen der lahmen Baukonjunktur. Darauf weist das Statistische Bundesamt in der "Umweltökonomischen Gesamtrechnung 2003" hin. Demnach wurden im Jahr 2002 täglich durchschnittlich 105 ha für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen verbraucht, das sind 12 ha weniger als 2001 und 20 bis 25 ha weniger als in den 90er Jahren. Flächenverbrauch ist dabei allerdings nicht gleichbedeutend mit Versiegelung: Experten gehen davon aus, dass der Versiegelungsgrad unterhalb von 50 % liegt, mindestens die Hälfte der Fläche also für Gärten, Parks, Grünflächen und Friedhöfe "verbraucht" wird. Größte Flächenverbraucher sind nach wie vor die privaten Haushalte mit einem Anteil von über 50 %, Verkehrsflächen beanspruchen 38 %, das gesamte produzierende Gewerbe dagegen nur 10 %. (UBA)
Schutz vor "Automardern"
Das einfachste Rezept, sein Fahrzeug vor dem Besuch von Steinmardern zu schützen, ist natürlich eine dicht abschließende Garage. Leider wird diese den wenigsten Menschen, die Probleme mit Steinmardern haben, zur Verfügung stehen. Deshalb gilt auch hier, wie bei den "Hausmardern": Am besten verhindern, dass der Marder überhaupt den Motorraum betritt.
Wissenschaftler der Universität Gießen haben gemeinsam mit einigen Autoherstellern ein System entwickelt, welches ähnlich wie ein Weidezaun funktioniert. Unter dem Motorraum wird eine Kunststoffplatte angebracht, an deren Rand ein starker Kupferdraht verläuft. Über diesen Draht fließen kurze Spannungsimpulse, die von der Fahrzeugbatterie erzeugt werden. Will ein Steinmarder den Motorraum betreten, bekommt er unweigerlich einen harmlosen, aber schmerzhaften Stromschlag. Dieses System ist heute als Zubehör bei verschiedenen Fahrzeugherstellern erhältlich.
Aber auch ohne technisch derart aufwendigen Mitteln kann man sein Fahrzeug vor Marderschäden schützen. Wenn das Fahrzeug beschädigt wurde, muss sofort nach der Reparatur eine gründliche Motorwäsche durchgeführt werden, um die Duftmarkierung des Übeltäters zu entfernen. Möglichst sollten auch der Unterboden und die Radkästen des Wagens mitgewaschen werden. Damit verhindert man, dass der Marder speziell dieses Fahrzeug aufgrund seiner Duftmarkierungen wiederfindet und erneut beschädigt.
Eine weitere einfache Schutzvorrichtung kann in einem Stück Maschendraht in der Größe des Motorraums bestehen, das man abends unter selbigen legt. Dieses für ihn unbekannte Objekt wird der Steinmarder zunächst einmal meiden. Obsiegt dann doch einmal die Neugier und tritt er auf den Draht, so wird sich dieser bewegen und vielleicht auch ein Geräusch verursachen. Der davon ausgehende Schreck wird den Marder veranlassen, zukünftig einen Bogen um dieses Auto zu machen.
Eine Motorwäsche oder ein Stück Maschendraht sind aber noch keine Garanten für das morgendliche Anspringen des Autos. Vielmehr sollte man, wenn man handwerklich etwas begabt ist, die Teile des Motors schützen, welche beschädigt wurden oder an welchen man künftige Beschädigungen für wahrscheinlich hält. Infrage kommen vor allem Zündkabel, einzelne Kabel oder Bordelektronik sowie Kühlwasser- und Heizungsschläuche. In jedem Baumarkt finden sich vielfältige Materialien, mit welchen diese Kabel und Schläuche vor den spitzen Zähnen des Marders geschützt werden können. Inzwischen bietet der Kfz-Zubehörhandel auch bereits spezielle Schutzkabel an, die über Zündkabel oder Kühlmittelschläuche gestülpt werden können.
Naturobjekte des Jahres 2004
- Baum: Weißtanne (Abies alba)
Die Weißtanne bildet zusammen mit Buche und Fichte Bergmischwälder, erträgt gut den Schatten benachbarter Bäume, reagiert aber empfindlich auf Luftschadstoffe. - Biotop: Viehweide
Die traditionelle Viehweide ist von Nutzungsaufgaben oder -intensivierung bedroht. Das Foto zeigt kurzrasiges, extensiv beweidetes Grünland, das Vögeln Brut- und Rastplätze bietet. - Blume: Alpenglöckchen (Soldanella alpina)
Das Alpenglöckchen, ein Primelgewächs, gedeiht in den Alpen in Höhen über 1000 m an kühlen, sickerfeuchten, lange schneebedeckten Stellen. Drei weitere Arten ertragen noch extremere Lebensbedingungen und können sogar unter dem Schnee zur Blüte kommen. - Fisch: Maifisch (Alosa alosa)
Der Maifisch ist von Aussterben bedroht. Er lebt vor den europäischen Küsten, steigt aber zum Laichen in die Flüsse auf. 1930 wurde der Letzte im Rhein bei Basel gefangen. Staustufen und Gewässerverschmutzung machten ihm den Garaus. - Flechte: Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina)
Diese orange-gelbe, aus Pilz und Algen bestehende Pflanze bildet Krusten auf Steinen und Baumrinden. Sie reagiert empfindlich auf Schadstoffe aus der Luft, profitiert aber vom Stickstoffeintrag aus gleicher Quelle. - Flusslandschaft: Havel
Obwohl an der Havel, der Flusslandschaft der Jahre 2004/2005, zahlreiche Naturschutzgebiete liegen und sie ein Ort der Erholung ist, ist dieser Elbenebenfluss dennoch durch den Ausbau als Verkehrsweg gefährdet. - Insekt: Hain-Schwebefliege (Episyrphus balteatus)
Schwebefliegen sind hübsche und nützliche Insekten. Stellvertretend für die rund 450 Arten wurde die Hain-Schwebefliege Insekt des Jahres 2004. Ihre Larve vertilgt Massen von Blattläusen, die Imago lebt von offen dargebotenem Nektar und Pollen vieler Blüten. Blütenreiche Krautfluren sind also ein unverzichtbares Lebensraumrequisit. - Landschaft: Lebuser Land/Ziema Lebuska
Für die Jahre 2003/2004 wurde das Lebuser Land, der Landstrich beiderseits der Oder nördlich von Frankfurt, ausgewählt. Eine reiche Natur und Kultur bietet vielfältige Erholung, und für nachhaltige Regionalentwicklung bietet sich dieses Grenzland geradezu an. - Orchidee: Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride)
Auf extensiv genutzten Bergwiesen in der Südhälfte Deutschlands ist die Grüne Hohlzunge zu Hause. Das Brachfallen der Wuchsorte und Nährstoffeintrag ließ sie vielerorts aussterben. - Pilz: Hausschwamm (Serpula lacrymans)
Bei der Wahl dieses Organismus stand der Naturschutz nicht im Vordergrund. Es ist ein in deutschland weit verbreiter Schädling an Bauholz, das er bis zu braunem Staub zersetzt. - Spinne: Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)
Mit der Grünen Huschspinne will die Arachnologische Gesellschaft erneut auf die vielfältige und wunderbare Welt dieser Gliedertiere aufmerksam machen. Diese Spinne baut kein Netz, sondern sucht aktiv ihre Beute. - Säugetier: Siebenschläfer (Glis glis)
Der Siebenschläfer steht stellvertretend für die vier einheimischen Bilcharten. Sie alle sind vorwiegend nachtaktive Nagetiere, die vielfältige tierische und pflanzliche Kost lieben. Kennzeichnend ist weiterhin der etwa siebenmonatige Winterschlaf, den der Siebenschläfer auch im Schuppen oder auf Dachböden verbringt. - Vogel: Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
Der Zaunkönig soll Sympathieträger für die Vogelwelt der Gärten und Parks sein. Er profitiert von gebüschreichen, wenig intensiv gepflegten Parks, wo er selten zu sehen, aber wegen seiner lauten Gesangsstrophe um so eher zu hören ist. - Weichtier: Gemeine Kahnschnecke (Theodoxus fluviatilis)
Die Gemeine Kahnschnecke ist unter einem Zentimeter groß und lebt in Flüssen und Seen auf steinigem Untergrund. Gewässerregulierung und -verschlammung haben dazu geführt, dass diese Süswasserschnecke mittlerweile bundeseit stark gefährdet auf der Roten Liste steht.
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